Mahnwesen 03.11.2026 · Billboy Redaktion

Skonto-Strategie: Cashflow-Steuerung über Zahlungsanreize

Skonto ist ein klassisches Instrument der Zahlungssteuerung: Du gewährst dem Kunden einen kleinen Rabatt, wenn er schnell zahlt. Was simpel klingt, hat einen erheblichen Effektivzins — sowohl für Dich als auch für den Kunden. Skonto richtig einzusetzen heißt, die Mathematik dahinter zu verstehen.

Wie Skonto funktioniert

Ein typisches Angebot: „14 Tage 2 % Skonto, 30 Tage netto". Das heißt: Zahlt der Kunde innerhalb von 14 Tagen, darf er 2 % vom Rechnungsbetrag abziehen. Zahlt er später (aber innerhalb von 30 Tagen), zahlt er den vollen Betrag.

Der Effektivzins für den Kunden

2 % Skonto für 16 Tage frühere Zahlung — das klingt nach wenig. Tatsächlich entspricht das einem Effektivzins von:

Effektivzins = (Skonto / (100 − Skonto)) × (360 / Zinstage)

= (2 / 98) × (360 / 16) = 45,9 % p.a.

Kein Kontokorrentkredit ist so teuer. Für Deinen Kunden bedeutet das: Wer Liquidität hat, sollte Skonto unbedingt nutzen. Du selbst „bezahlst" als Lieferant entsprechend 45,9 % p.a. für die Vorfinanzierung — daher musst Du genau kalkulieren, wann sich das lohnt.

Wann lohnt Skonto für Dich?

Skonto lohnt sich für Dich, wenn die alternativen Finanzierungskosten höher wären als der Skonto-Effektivzins — oder wenn Du dringend Liquidität brauchst. Bei einem KK-Zins von 6 % p.a. ist 2 % Skonto auf 16 Tage teurer als der Kredit. Aber Skonto bringt nicht nur Liquidität, sondern auch Sicherheit: Frühzahler werden selten zu Zahlungsausfällen.

Skonto in der Rechnung

Die Skonto-Klausel muss eindeutig und vollständig sein, damit der Kunde sie versteht und ein Streit ausgeschlossen ist:

„Zahlbar innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungsdatum mit 2 % Skonto auf den Nettowarenwert oder innerhalb von 30 Tagen ohne Abzug netto Kasse."

Beachte: Skonto wird üblicherweise auf den Nettowarenwert ohne Steuer berechnet. Frachtkosten und Versandpauschalen werden meist ausgeklammert — schreibe das explizit hin.

Skonto und Umsatzsteuer

Wenn der Kunde Skonto zieht, ändert sich die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer. Du musst die Umsatzsteuer entsprechend kürzen. Buchhalterisch geschieht das über das Konto „Skontoaufwand" (SKR03 8761, SKR04 4761) und eine Umsatzsteuerkorrektur.

Beispielbuchung

  • Rechnung: 1.000 € netto + 190 € USt = 1.190 € brutto
  • Kunde zahlt mit 2 % Skonto: 980 € netto + 186,20 € USt = 1.166,20 €
  • Buchung: Bank 1.166,20 € + Erlösschmälerung 20 € + USt-Korrektur 3,80 € an Forderung 1.190 €

Differenzierung nach Kundengruppen

Nicht jeder Kunde braucht Skonto. Eine sinnvolle Differenzierung:

  • Großkunden mit guter Bonität: 2 % auf 10 Tage
  • Mittlere Kunden: 2 % auf 14 Tage
  • Neukunden ohne Historie: Vorkasse oder kein Skonto, dafür kürzeres Zahlungsziel

Wie hoch sollte das Skonto sein?

2 % ist marktüblich und hat eine starke Signalwirkung. 1 % wirkt zu gering, 3 % ist seltener und sollte gut kalkuliert sein. Eine pauschale Antwort gibt es nicht — wichtig ist, dass das Skonto Deine Kostenstruktur trägt und für den Kunden attraktiv ist.

Skonto-Missbrauch verhindern

Manche Kunden ziehen Skonto, auch wenn sie nicht in der Skonto-Frist zahlen. Was tun?

  1. Höflicher Hinweis: „Die Skonto-Frist war der 25.04., Zahlungseingang am 28.04. — die fehlenden 2 % bitten wir nachzuzahlen."
  2. Verrechnung mit der nächsten Rechnung
  3. Beharrliche Falschzieher in die Mahnstufen einbeziehen
  4. Bei systematischem Missbrauch: Skonto bei diesem Kunden streichen

Skonto und Mahnung

Wenn Du eine Mahnung schickst und der Kunde dann zahlt, darf er das Skonto natürlich nicht mehr ziehen — die Skonto-Frist ist längst verstrichen. Erstaunlich oft versuchen Schuldner es trotzdem. Halte dagegen.

Skonto bei Teilzahlungen

Bei Teilzahlungen wird Skonto streng nach Vereinbarung gezogen — meist nur auf den jeweils fristgerecht bezahlten Teil. Schreibe das in Deine AGB, sonst gibt es Streit.

Daumenregel: Wer eine 2/14-Klausel hat und 40 % seines Umsatzes innerhalb von 14 Tagen einzieht, verbessert seinen DSO (Days Sales Outstanding) deutlich. Das ist gut investiertes Geld.

Praxis-Tipp

Hinterlege Skonto-Konditionen pro Kunde, statt sie für jede Rechnung neu zu setzen. Billboy übernimmt das Skonto automatisch in die Rechnung und in das PDF — und schlägt bei Zahlungseingängen passend zur Frist die Verbuchung als Skontoaufwand vor. Damit wird Cashflow-Steuerung Routine.